GerlPrint Internet & RealWorld Publications

 

Dem Winter entronnen - Südafrika

Königsprotea, c 1998 B. Gerling

 Südafrika-Reisebericht   

   
 

GerlPrint Homepage
      mit Zugang zu weiteren 
      Site-BereichenÜbersicht:
      Weitere Reiseberichtezurück:
      zum vorherigen
      Reiseberichtweiter:
      zum nächsten 
      ReiseberichtBuchempfehlungen
      aus verschiedenen BereichenWas gibt's Neues 
      rund um GerlPrint,
      GerlMIT, GerlMail...Inhaltsverzeichnis
      der gesamten WebSiteKostenloses:
      Artikel, Downloads,
      jede Menge Nützliches ...

 
Multimedia-Sprachkurse
über 70 Sprachen zur Auswahl!
Einzigartige Langzeitgedächtnis-Lernmethode -
Erfahren Sie hier mehr!
Lernen Sie Sprachen!

Selbst wer uns nur flüchtig kennt, weiß eines ganz genau: Wir haben für die kalte Jahreszeit so gut wie überhaupt nichts übrig. Was manch einer mit Winterfreuden assoziiert - klirrender Frost, Eis und Schnee - empfinden wir als ziemlich leidvolle Angelegenheit: Frieren und Zähneklappern, Glatteis und Dreck, letzteres bestehend aus Schneematsch, Rollsplitt und Salz.

 

Was liegt in einer solchen Misere näher als das herrliche Wetter im fernen Südafrika?

Gesagt, getan - naja, ganz so schnell ging's auch wieder nicht, wir haben schließlich lange genug dafür gespart - so flogen wir Anfang Februar '98 ins sonnenheiße Kapstadt.

Bei unserer Ankunft erwarteten uns sommerliche 30 Grad, die sich während unserer dreieinhalb Wochen Aufenthalt noch etwas steigerten.

Unsere Freunde Mario & Celeste holten uns vom Flughafen ab und brachten uns nach Hermanus, einer Kleinstadt etwa 150 km östlich von Kapstadt, direkt am Meer gelegen. (Wer am "Whale Watching" Interesse hat, dem sei die Walker Bay sehr empfohlen; hier halten sich von August bis Oktober Wale auf, die es auf knapp 15 Meter Länge bringen und die man vom Land aus beobachten kann, ohne die Tiere in irgendeiner Weise zu stören.)

Die Strecke nach Hermanus weckte Erinnerungen: Es war nicht unser erster Besuch; irgendwie haben wir uns in die Gegend an Western Cape verliebt und kommen nicht davon los. Die einheimische Vegetation ist so anders als die unsere - Fynbos, das niedrige Gebüsch mit einem unendlichen Artenreichtum, das die Berge in jeder Jahreszeit mit immer neuen Farben überzieht - Proteen, von denen in jedem Monat andere Sorten blühen - Gummibäume (dort heißen sie "Gummi-Pflanzen"), die ohne Probleme die Größe einer deutschen Eiche erreichen und in keinen Blumentopf passen. Sogar das "ganz normale" Gras ist dort anders. Ein wahres Paradies für Pflanzenfreunde. (Wer dafür etwas übrig hat, möge sich an unserer kleinen Dia-Show erfreuen...)

Eine von etwa 80 Protea-Arten, 1998, B. Gerling

Nachdem wir unsere Koffer aus- und umgepackt hatten, fuhren wir noch am selben Tag nach Worcester ("Wuster" ausgesprochen), etwa zwei Autostunden nördlich, vorbei an verschiedenen Bergketten und Ebenen. Auch die Bergformationen sind von einer dichtgedrängten Vielfalt: von sanften Buckeln und Wellen bis schroffen Steilwänden ist auf einer Strecke von 200 km alles anzutreffen. Wir übernachteten bei einer Pastorenfamilie und begleiteten diese am nächsten Tag zum Gottesdienst.

Wie in allen anderen überkonfessionellen Gemeinden, die wir besucht haben, waren zwar die weißen "Afrikaaners" in der Mehrheit (ihre Muttersprache ist Afrikaans, das dem Holländischen sehr verwandt ist), aber überall gehören Schwarzafrikaner und die farbige Mischbevölkerung als feste Mitglieder zur Gemeinde - ein Phänomen, das sogar schon zur Zeit der Apartheid anzutreffen war.

Mit Marios altem BMW ging es am nächsten Morgen weiter nach Robertson, wo wir ein Weingut besichtigten, in dem pro Jahr 1 Million Liter Chardonnay erzeugt werden. Die riesigen Stahltanks, jeder mit einem Füllvermögen von bis zu 60.000 Litern, waren ein überwältigender Anblick! Es war gerade Erntezeit, und so konnten wir eine Traubenlesemaschine im Einsatz beobachten.
Auf dem Weg nach Montagu, 1998 B. Gerling

Auf der Heimfahrt nach Hermanus wurde uns empfohlen, einen Abstecher nach Montagu zu unternehmen, einem malerischen kleinen Ort inmitten eines zerklüfteten Gebirgstals, das für den Tourismus gut erschlossen und ein Geheimtipp für Bergwanderfreunde ist.

Am zweiten Wochenende fuhren wir nach Franschhoek, das einst von den Hugenotten gegründet wurde und einen ganz eigenen "französischen" Charakter hat. Wir stromerten durch ein paar Gemäldegalerien an der Hauptstraße, plauderten mit den Inhabern von Andenkenläden und gönnten uns eine kühle Erfrischung in einem der vielen Straßencafés.

Unsere Reise ging weiter durch Paarl, über den steilen Bain-Pass (nichts für schwache Nerven) nach Ceres. Manch einem kommt der Name bekannt vor. Genau - von dort stammen die berühmten Fruchtsäfte. Obstplantagen soweit das Auge reicht: Apfelbäume, Pfirsiche, Zitrusfrüchte, Trauben. (Man tut sich schwer, hier das Wort "Weinberge" zu benutzen, da die Weinstöcke nicht an Berghängen, sondern auf flachen Feldern angepflanzt sind.) Auch hier hatten wir eine so liebe Gastfamilie, die uns am nächsten Tag gar nicht weiterreisen lassen wollte.

Auf der Rückfahrt machten wir einen Abstecher nach Kapstadt, das wir schon ziemlich gut kennen. Bei einem unserer früheren Besuche haben wir sogar den Tafelberg zu Fuß erstürmt - eine Erfahrung, die einfach dazugehört, obschon sie durchaus anstrengend für uns "bewegungsarme Schreibtischtäter" ist. Auch die Waterfront, ein beliebtes Einkaufs-Center mit vielen Restaurants und etlichen Attraktionen, hatten wir schon mehrmals nach Souvenirs durchstöbert, aber bisher nie die Gelegenheit gehabt, das dort befindliche Two Oceans Aquarium zu besuchen. Das holten wir diesmal nach und bestaunten die Unterwasserwelt des Atlantik und Pazifik, vereint unter einem Dach. Publikumsmagnet dort: Ein rundes Riesenbassin, das von der Erdoberfläche zwei Stockwerke tief ins Gebäude hinunterreicht und vor dem man wie in einem Amphitheater sitzen und die Haie, Rochen und etliche andere "schwere Brocken" beobachten kann. ("Nasenfische" sind, frontal betrachtet, ein echt skurriler Anblick.)

Wieder zurück in Hermanus konnten wir die nächste Station kaum erwarten: Nordhoek und Fishhoek, beides südlich von Kapstadt auf der Halbinsel in unmittelbarer Nähe zum Kap der Guten Hoffnung. Wir ließen uns Zeit und planten unsere Route so, dass wir durch Hout Bay kamen. Wenn es unter all den wunderbaren Landstrichen im Western Cape einen gibt, der es uns besonders angetan hat, dann ist es diese Bucht zwischen dem Sentinel und Chapman's Peak:

Hout Bay, 2010

   
 

Auf der R310 fuhren wir am nächsten Tag am Ozean entlang nach Strand und bogen dann ab nach Stellenbosch. Dort besuchten wir eine Studentenvereinigung auf dem Universitätsgelände.

Wir übernachteten in einem "Guesthouse" im englischen Landhausstil und fuhren am nächsten Morgen zu einem kleinen Einkaufsbummel in einen "Mall" (ähnlich amerikanischem Vorbild). An dieser Stelle sei ein kleiner Tipp erlaubt: Südafrika ist immer noch ein preiswertes Urlaubsland!  Selbst hochwertige Mode ist erschwinglich, so dass wir schon vor unserem Abflug genügend zusätzlichen Stauraum in unserem Gepäck eingeplant hatten.

Die nächsten Tage "zu Hause" in Hermanus nutzten wir, um eine Internet-WebSite für einen Kunden fertigzustellen und auf einem örtlichen Server hochzuladen.

 

Unsere letzte Station war Somerset West, wo wir eine dynamische Jugendarbeit und einen beinahe sensationell zu nennenden Musikdienst im Stil einer bekannten australischen Gruppe kennengelernt haben. Dieses letzte Wochenende war für unser persönliches Leben eine enorme Bereicherung. Eines Tages werden wir vielleicht mehr darüber erzählen... - auf jeden Fall schenkte uns diese Reise eine ganze Reihe neuer Freunde, viele neue Eindrücke und ein weiteres Stück "Heimatgefühl". 

Seal Island, eine Seelöwenkolonie, 1998 B. Gerling

Auf dem Weg zum Flughafen hatten wir ein paar Stunden Zeit, und so blieb uns noch ein letztes Abenteuer: Eine Bootsfahrt zu Seal Island, einem Felsen in der Bucht von Hout Bay, auf dem eine Seelöwenkolonie lebt.

Wir wurden gebeten, in unserem Reisebericht auch den Blickwinkel eines Motorradfahrers zu berücksichtigen, was wir abschließend gerne tun wollen: Wir als Autofahrer waren da zwar etwas überfragt, haben aber einen lieben Freund zurate gezogen, der 1996 entlang der südafrikanischen "Garden Route" gefahren ist. Er geriet richtig ins Schwärmen und versicherte uns, dass dieses Land für einen Motorradfahrer ein Hochgenuss ist. An den Linksverkehr gewöhnt man sich schnell, die Benzinversorgung ist flächendeckend gewährleistet, die Straßen (auch die ungeteerten) sind in gutem Zustand, und die Geschwindigkeitsbegrenzung sowie das geringe Verkehrsaufkommen ermöglichen ein Maximum an Sicherheit. Dadurch hat der Fahrer viel Freiraum, die reizvolle Landschaft zu erkunden.

Es würde uns freuen, wenn wir nun den einen oder anderen neugierig gemacht haben. Gerne beantworten wir auch eventuelle Fragen und bitten dazu um Kontaktaufnahme. Mittlerweile haben wir eine Sammlung nützlicher Tipps erstellt und sind gegenwärtig dabei, eine Liste mit preisgünstigen Unterkunftsmöglichkeiten zusammenzutragen.

< nach oben >

(Anzeige)

GerlMIT Management Information Tool 2.0

GerlPrint Internet & RealWorld Publications, Germany

eMail: GerlPrint IRP - Copyright © 1997-2015

[ START ] - [ Impressum ] - [ Datenschutz ]

Google