Die Zuschriften von Lesern unseres Südafrika-Reiseberichts enthalten immer wieder Fragen zum Thema Sicherheit unterwegs in Südafrika. Deshalb hier ... ... ein paar nützliche Tips --------------------------- Allgemein betrachtet, haben wir bisher bei unseren Reisen nach Südafrika regional sehr unterschiedliche Erfahrungen zum Thema Sicherheit gemacht. Im Western Cape haben wir uns immer sehr sicher gefühlt, da wir die grundsätzlichen Vorsichtsmaßnahmen einhalten: Auto immer abschließen, keine Wertsachen im Auto liegenlassen, sich nicht nachts allein auf der Straße aufhalten, kein "schwarzes Taxi" benutzen (leicht zu erkennen: überwiegend klapprige Kleinbusse, vollgestopft mit Leuten), "laute" Menschen-Ansammlungen meiden, jegliche Art Provokation unterlassen. Man sollte nicht in Townships (da leben die "Coloureds") anhalten oder gar aussteigen und das Auto allein stehenlassen. Überall in der Nähe von Städten und größeren Orten trifft man auf Squattercamps, die man besser überhaupt nicht betritt (und auch nicht mit dem Auto durchfährt). Hier leben Schwarze unterschiedlicher Abstammung in armseligsten Hütten; oft handelt es sich um illegale Ansiedlungen, und zudem sind die verschiedenen Stämme untereinander verfeindet. Für sie hat ein Menschenleben keine Bedeutung, sie bringen sich sogar wegen Kleinigkeiten gegenseitig um. In Kapstadt ist die Lage immer noch recht friedlich, aber in Johannesburg sieht das ganze schon etwas anders aus. Schon bei unserem ersten Aufenthalt rieten uns unsere Freunde, im Stadtverkehr niemals mit heruntergelassenen Fensterscheiben zu fahren (höchstens einen kleinen Spalt offen, falls das Auto keine Klimaanlage hat), unbedingt die Autotüren auch während der Fahrt zu verriegeln und auf keinen Fall jemandem zu erlauben, etwas ins Auto hineinzureichen (z.B. gibt es immer Schwarze, die einem an Ampelkreuzungen Zeitungen, Cola, Obst etc. verkaufen wollen; es kommt immer häufiger vor, daß man Leute aus ihrem Auto zerrt). Da wir uns immer an diese grundsätzlichen Regeln gehalten haben, sind wir bisher nie in eine brenzlige Situation geraten. In Pretoria haben wir uns im Straßenverkehr jedoch (im Okt. 1996) derart bedroht gefühlt, daß wir eines unserer Besichtigungsvorhaben im Stadtbereich abgebrochen haben. Als weltoffener, toleranter Europäer ist man möglicherweise etwas blauäugig, was das Verhältnis zwischen Schwarzen und Weißen angeht. (Innerhalb lebendiger christlicher Kirchengemeinden ist die Rassentrennung jedoch nie ein Thema gewesen; mehr dazu gerne auf persönlichen Anfrage.) Außerhalb christlicher Gemeindekreise ist Vorsicht aber in jedem Fall geboten, obgleich die meisten blutigen Konflikte zwischen unterschiedlichen schwarzen Gruppierungen ausgetragen werden und sich fast nie gegen Weiße richten. Im Internet gibt es auf der WebSite des Auswärtigen Amts Hinweise und Warnungen, die durchaus sinnvoll sind, jedoch sollte man sich nicht durch Überängstlichkeit den Spaß an der Reise verderben lassen. Wir sind schon des öfteren gefragt worden, ob es gefährlich sei, Erkundungstouren auf eigene Faust mit dem Auto zu unternehmen. Wir haben ausschließlich diese Art gewählt, da uns touristische 0815-Angebote bekannter kommerzieller Anbieter nicht allzusehr liegen und auch nur schwer in unsere sonstigen Terminpläne passen würden. (Und bei einheimischen Anbietern kann man nie sicher sein, ob man nicht als "dummer Ausländer mit viel Geld" betrachtet und über's Ohr gehauen wird.) Wir unternehmen unsere Erkundungsfahrten meist auf Anraten oder sogar in Begleitung von Freunden; sie kennen sich aus und wissen, wo man die schönsten Fleckchen Erde und eine saubere Unterkunft findet. In bezug auf Impfungen... ------------------------- ... raten wir Ihnen zu einem Gespräch mit Ihrem Hausarzt. Unter der Telefonnummer 089-336744 gibt das Tropenmedizinische Institut München per Ansagedienst Auskunft über alle angebotenen Impfungen für Afrika. Wir persönlich achten darauf, daß ausreichend Schutz gegen Hepatitis A, B und Tetanus/Diphterie/Polio besteht. Auf alles weitere verzichten wir normalerweise, da wir uns ausschließlich in zivilisierten Gegenden aufhalten, in bezug auf Hygiene sowie sehr vorsichtig sind und uns gegen Mücken schützen. Zusätzlich zu den gängigen Mückenschutzregeln - Feuchtgebiete und stehende Gewässer meiden, lange Ärmel tragen, chemisches Mückenschutzmittel (Tropenversion) benutzen - gab uns vor etlichen Jahren ein erfahrener Tropenreisender einen Rat zum Thema Mückenstiche, der uns bisher auf jeder Reise in warme Länder sehr dienlich war: Wir beginnen 4 Wochen vor Reiseantritt damit, ein Vitamin-B-Präparat (irgendeines; z.B. von Abtei o.ä.) in der doppelten Dosis wie auf der Packung angegeben, einzunehmen. Die Überdosierung ist nicht schädlich, gibt aber dem Blut einen "Geschmack", den die Mücken nicht mögen. Daß das funktioniert, haben wir schon viele Male erlebt. Sogar während eines vierwöchigen Aufenthalts in Mozambique haben wir keine Mückenstiche abbekommen. Zu Hause, wo wir kein Vitamin B einnehmen, ziehen wir beide die Biester geradezu magisch an. Leihwagen: ---------- Meist haben wir die Möglichkeit, Privatfahrzeuge von Freunden zu benutzen, haben aber auch schon Mietwagen in Anspruch genommen. Bei den internationalen Anbietern (Hertz, Avis ... ) handelt es sich immer um neue Fahrzeuge, auch Kleinwagen sind zumeist mit Klimaanlage ausgestattet. An den Internationalen Flughäfen gab es bisher immer ausreichend Auswahl, so daß eine Buchung durch ein deutsches Reiseunternehmen nicht unbedingt erforderlich gewesen wäre. Eine vor-Ort-Anmietung ohne Voranmeldung wäre zudem auch erheblich billiger gewesen. Sie können sich auf der Homepage vom Cape Town International Airport http://www.airports.co.za/home.asp?pid=321 unter dem Link "Maps" einen Überblick über die örtliche Lage der Autovermietung in der Flughafenanlage machen und unter www.avis.com, oder www.hertz.com sogar eine online-Buchung vornehmen (was aber relativ teuer ist). Auch gibt es Schnäppchen-Anbieter, z.B. http://www.kapstadt.de/car-hire/index.htm, die zuweilen günstig sind. Essen/Lebensmittel: ------------------- Das Essen in südafrikanischen Restaurants ist sehr gut und preiswert, egal ob man ein einheimisches oder internationales Lokal wählt, und auch die "ganz normale Hausfrau" kocht geradezu sensationell. Obst und Gemüse gibt es vor allem am Kap reichlich und billig (Johannesburg ist dagegen längst nicht so "ländlich"). Wenn Sie neben der Straße einmal einen "Farm Stall" sehen, halten Sie an und gehen Sie hinein, selbst wenn sie nichts brauchen, denn diese Länden sind absolut sehenswert. Dorthin bringen die Kleinbauern ihre Erzeugnisse - Obst und Gemüse, Eingemachtes, Marmeladen, Blumen, Deko- und Geschenkartikel ... Kleidung/Schmuck: ----------------------------- Auch Kleidung bekommt man günstig; nicht nur in den großen Shopping-Malls. Halten Sie ruhig mal Ausschau nach einem "Factory Outlet". Viele Schnäppchen lassen sich auch in bezug auf Schmuck machen. Besonders Gold und Diamanten gibt es, weil reichlich vorhanden, zu kleinen Preisen. Kaufen Sie aber nur Schmuck mit Zertifikat. Bei "Galaxy" z.B. gibt es immer Sonderangebote, und man kann sicher sein, daß man nicht über's Ohr gehauen wird. Der günstige Umtauschkurs (10 Rand ist ca. 1 EUR; bester Kurs: im Flughafengebäude) macht das Einkaufen besonders "erfolgreich". Elektrizität: ------------- Die Stromspannung ist in Südafrika wie bei uns, jedoch braucht man für die Steckdosen einen geeigneten Adapter, den man vor Ort z.B. in einem Schnell-Fotoladen oder auch im Supermarkt kaufen kann. In Deutschland gibt es zwar internationale Multi-Stecker; wir haben aber noch keinen gesehen, der für Südafrika gepaßt hätte. Sprache: -------- Wenn Sie Englisch sprechen, haben Sie überhaupt kein Problem. Wir haben aber erstaunt festgestellt, daß Afrikaans-sprachige Südafrikaner einer Unterhaltung in deutsch sinngemäß folgen können. Das Afrikaans ist dem Holländischen nahe verwandt, und obwohl man als Deutscher kaum etwas versteht, ist es umgekehrt ganz anders! Seien Sie also vorsichtig - man hört mit! Zum Landschaftlichen: --------------------- Südafrika bietet eine nahezu unvorstellbare Vielfalt an Geländeformationen, und die Vegetation, vor allem im Western Cape (Sie merken, das ist unsere bevorzugte Gegend!), ist von einer so reichen Fülle, daß jeder davon schwärmen muß, der schon einmal dort war. Wer den Bericht von unserer Reise im Februar '98 (http://www.gerlprint.de/afri-98.htm) gelesen hat, hat vermutlich auch die kleine Dia-Show gefunden, die Einblicke in die ungewöhnliche Pflanzenwelt gibt (http://www.GerlPrint.de/afri-fotos.htm). Falls Sie die Seite noch nicht entdeckt haben, laden wir Sie gerne dorthin ein -- viel Spaß beim Anschauen! (Bitte haben Sie ein wenig Geduld beim Laden - die Bilddateien sind zwar stark komprimiert, aber das JAVA-Applet startet die Dia-Show erst, nachdem die Sequenz komplett hochgeladen ist.) Falls Sie Fotos machen oder ein Video drehen wollen, nehmen Sie ausreichend Filme/Bänder von zu Hause aus mit; alles derartige ist in Südafrika ziemlich teuer. Ein landschaftliches Highlight war für uns auch der Besuch der Gegend um Knizna und Plettenberg-Bay. Besonders die ausgedehnten Wälder auf der Fahrt zum Nature's Valley (R102) waren beeindruckend und muteten an wie eine versunkene Welt aus längst vergangener Zeit. Wer im europäischen Sommer nach Südafrika kommt, hat sehr gute Chancen, an den Küsten Wale zu sehen. Dort ist dann zwar leider Winter (d.h. es kann ganz schön kühl werden, und wenn es gleichzeitig feucht ist, ist das eine unangenehme Sache, da ein Großteil der Häuser keine Heizung hat), jedoch kommt man nur von etwa Juli bis Oktober in den Genuß, die beeindruckenden Meeressäuger zu beobachten. Womöglich der berühmteste Ort dafür ist die Walker Bay, wo die Wale in Hermanus bis an die Klippen schwimmen und man sie deshalb vom Land aus beobachten kann. Sehenswürdigkeiten ------------------ Um zu erfahren, welche Sehenswürdigkeiten und Attraktionen sich in einer Gegend befinden, sucht man am besten die jeweilige Touristen-Information am Ort auf. Dort gibt es Broschüren in Hülle und Fülle, und die Leute können für jeden Geschmack das geeignete anbieten, ganz egal, ob Sie sich für Wildwasserfahrten im LKW-Reifenschlauch, Tauchen, Wildparks, Botanische Gärten, Museen oder Kunstgalerien interessieren. Zum Schluß ein kleines Anliegen: -------------------------------- Wir hoffen, daß das eine oder andere Nützliche für Sie dabei war. Sollten Sie selber Hinweise und Tips haben, die diese Liste vervollständigen helfen, wären wir sehr dankbar für Ihre Mitteilungen. Falls Sie in nächster Zeit nach Südafrika fliegen und einen Reisebericht verfassen, hätten wir sehr gern eine Kopie davon. :-) Wer weiß - vielleicht ist er ja sogar etwas für unsere Sektion "Wenn einer eine Reise tut..."? Ihnen alles Gute! Jürgen & Birgit Gerling ------------------------------------------- G E R L I N G P R I N T M E D I E N GerlPrint Internet & RealWorld Publications --- www.gerlprint.de --- www.GerlMIT.de --- -------------------------------------------