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(03/1992) |
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| Der komplett andere Reisebericht - zu dem unsere Spartengraphik so ganz und gar nicht passen mag. | ||
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Hilfseinsatz
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Noch einmal blätterte ich durch die Nachrichtenbriefe eines christlichen Hilfswerks in Südafrika und erinnerte mich an die Bilder und Videos, die ich in letzter Zeit gesehen hatte: Bis auf die Knochen abgemagerte Säuglinge, Kinder mit vor Hunger aufgeblähten Bäuchen und mit zerfetzten Tüchern "bekleidete" Menschen, deren Körper von Narben übersät ist. |
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Ihr Blick offenbart ihre Hoffnungslosigkeit - durch Krieg und Seuchen wurden sie um ein menschenwürdiges Dasein betrogen und haben all ihren Lebensmut verloren. Andere Bilder zeigen erwartungsvolle schwarze Kindergesichter, die den Mitarbeitern in den Suppenküchen ihre Blechteller entgegenhalten, um zwei- oder dreimal in der Woche die nahrhafte, eiweißreiche Suppe zu bekommen. |
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Zum hundertsten Mal fragte ich mich: Bin ich bereit, solches Elend mit eigenen Augen zu sehen? Wie werden wir - ein Team von 18 Bibelschülern und Absolventen aus dem wohlhabenden Westeuropa - den Anblick so maßlosen Leids verkraften? Wenn ich im Fernsehen Berichte aus Katastrophengebieten verfolgt habe, war ich ergriffen und voller Mitleid für diese armen Leute - doch schon relativ schnell habe ich sie wieder vergessen. Aber nun sollten wir an einen solchen Ort fliegen, um dort für kurze Zeit ein kleines Team zu unterstützen, das jahraus, jahrein auf ein Leben in der Zivilisation verzichtet, um verwaiste Kinder, Kranke und Hungernde zu versorgen... |
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Nach unserer Ankunft in Johannesburg verbrachten wir zunächst ein paar Tage auf einer Missionsbasis, putzten Dutzende von Sprossenfenstern und halfen bei der Fertigstellung von christlicher Literatur in portugiesischer Sprache. Dann flogen wir weiter nach Mozambique, wo wir von einem Transporter abgeholt und in das Hilfswerk gebracht wurden. Der Gründer hatte acht Jahre zuvor mit dem Bau des Waisenhaus-Projekts begonnen, und heute stehen dort mehrere Gebäude aus selbstproduzierten Zementziegeln mit Stroh- oder Wellblechdächern, in denen die Kinder mit ihren Pflegemüttern und das Personal untergebracht sind. |
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Wir wurden je nach Begabung in verschiedene Bereiche eingeteilt: Unsere drei Krankenschwestern konnten in der Klinik wertvolle Hilfe leisten, andere arbeiteten an Bauprojekten mit. Wir flochten Körbe, sortierten Kleidung, räumten Lagerhallen um und pflanzten insgesamt etwa 5000 Frühlingszwiebeln. Die beiden Elektriker reparierten defekte Geräte und installierten eine vom Hauptgenerator unabhängige Stromversorgung für das Krankenhaus - und mußten außerdem für die Stromleitung einen über 100 Meter langen Graben ausheben! (Werkzeuge stehen dort nur begrenzt zur Verfügung.) Seite an Seite arbeiteten wir mit Einheimischen und lernten uns mit ihnen per Zeichensprache zu verständigen. Ein paar Brocken "Tshitsua" und ein afrikanisches Lobpreislied konnten wir am Ende auch. Das einprägsamste Erlebnis für uns alle waren die Einsätze in den nahegelegenen Suppenküchen. Eine Gruppe von uns, die Krankenschwester des Projekts und ihre Übersetzerin begleiteten den Pastor und seine Frau zu den Dörfern, wo schon früh am Morgen das Suppenfaß vorbereitet worden war. Drei Stunden dauerte es, bis die 200 Liter Wasser im Ölfaß zu kochen begannen, dann wurde das Suppenpulver eingerührt. Anschließend mußte die Suppe noch zwei Stunden weiterkochen, bis sie fertig war. Als wir ankamen, waren die Kinder schon da und warteten. Der Pastor und seine Frau nutzten die Zeit, um mit den Kindern zu singen und ihnen von Jesus zu erzählen. Auch wir "Malungos" (die Weißen) waren eingeladen, ihnen ein paar deutsche Kinderlieder zu singen. Anschließend spielte das Pantomime-Team ein lustiges und ein evangelistisches Stück, das der Pastor danach kommentierte. Noch bevor die Suppe ausgeteilt wurde, konnte er mit etlichen Kindern beten, die ihr Leben dem Herrn Jesus Christus weihen wollten. |
Als endlich die Suppe verteilt wurde, stellte man die Kinder hintereinander auf, wo sie zu unserem größten Erstaunen geduldig stehenblieben, bis sie endlich an der Reihe waren. Da gab es kein Gedränge, kein Gerangel, kein Geschrei. Die Schöpfkelle war eine Cola-Dose mit Holzstiel, die Teller der Kinder spotteten zum Teil jeder Beschreibung. Als Löffel benutzten sie Blätter von den Bäumen - und trotz alledem aßen sie voller Dankbarkeit ihre Portion und murrten nicht über ihren Geschmack oder daß es "schon wieder Hühnersuppe" gab. Uns konsumverwöhnten Europäern gibt ein solcher Anblick wirklich sehr zu denken, und man beginnt so manche private "Glaubensprojekte" ernsthaft zu hinterfragen, die man bisher als überaus lebensnotwendig betrachtet hat. Wir alle sind uns einig: Dieser Sozialarbeitseinsatz hat unser Leben verändert. Wir haben nicht nur eine andere Kultur gesehen und "ungewöhnliche" hygienische Verhältnisse kennengelernt. Jeder von uns hat dort Dinge erlebt, die sein Leben sehr bereichert haben. Die tatkräftige, göttliche Liebe, mit dem sich das Team vor Ort der Ärmsten der Armen annimmt, hat uns tief beeindruckt und in unserem eigenen Herzen viel Raum gewonnen, so dass wir mit einem neuen Verständnis für die enorme Wichtigkeit und Dringlichkeit von missionarischer Arbeit nach Hause gehen konnten. Wenn wir jetzt Bilder und Berichte aus Schwarzafrika sehen, packt es uns, und wir können nicht anders als uns selbst und andere auffordern: Tun wir etwas! Wer nicht selbst gehen und mithelfen kann, der unterstütze Missionare und Dienste, die es tun! Mission ist der Herzschlag Gottes, denn Er hat für jeden Menschen Seinen Sohn gegeben, auch für den, der im entferntesten Busch ein kümmerliches Dasein fristet. Auch er muss die Frohe Botschaft des Evangeliums hören - die Gute Nachricht, dass Jesus gekommen ist, die Blinden und Gelähmten zu heilen, die Gebundenen in Freiheit zu setzen und auch ihnen ewiges Leben zu geben. |
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